Sonntag, 28. Oktober 2012

Nun bin auch ich wieder Zuhause

Seit zwei Wochen bin auch ich wieder im Lande und habe gedacht ich tue das noch öffentich so schön auf dem Blog kund tun.
Die Reise durch Norwegen und Schweden nach den Lofoten war sehr schön und ich konnte es geniessen. Der Nachtzug von Kopenhagen nach Basel war dann weniger spektakulär, da es ja eher dunkel war. Auf meiner Reise war ich noch in Trondheim, ein schönes Städchen so zum flanieren. Natürlich habe ich meinen Freunden in Falun noch einen Besuch abgestattet. Das war noch schräg, da ich wie auf eine Art nach Hause kam, aber dann halt doch keine Wohnung mehr hatte und schon nach zwei Tagen wieder abreiste. Auf der ganzen Reise hatte ich das Gefühl, dass ich mit dem Herbst in den Süden gereist bin. Als ich in Lappland abfuhr, da waren schon fast alle Blätter weg und auf dem Weg bis in die Schweiz waren die Wälder im vollen Herbstzauber. Seit heute habe ich eher das Gefühl, dass es Winter ist, aber letze Woche war doch noch der wunderbare Herbst. Zumindest in der Höhe ober dem Nebel. Wobei der Nebel ja auch zum Herbst gehört.
Hier noch ein paar Fotos vom Rest der Reise.






Ich konnte mich schon gut einleben in den letzen beiden Wochen. Eine Stelle habe ich mittlerweilen auch gekriegt und freue mich riesig auf die bevorstehende Arbeit. Ich werde ab Januar wieder als Holzbauingenieur arbeiten. Es verschlägt mich etwas ins Tal hinein nach Lungern zu der neuen Holzbau AG. Bis dahin organisiere ich mein Leben, fahre Ski (es hat ja jetzt Schnee!!!!!!!) und mache was grad halt so anfällt.
Jedenfalls bin ich jetzt wieder da und wenn ihr Lust habt auf ein Bier oder Kaffee dann meldet euch, die Natelnummer geht immer noch habe ich festgestellt. Ich freue mich euch wieder zu treffen. Dann bis bald mal

Freitag, 5. Oktober 2012

Auf den Lofoten


Mittlerweilen bin ich in einem Hotel angekommen und habe Anschluss ans Internet in meinem Zimmer. So habe ich gedacht könnte ich euch kurz schreiben und zeigen was grad so passiert.
Morgen in der frühen Frühe (6.30 Uhr) wird mein Boot in See stechen und ich werde die Lofoten verlassen und zum Festland wechseln. Da ich keine lange Nachtwanderung mit meinem Gepäck wollte habe ich mir kurz um halt ein Hotel gebucht. Ich bin nun seit fast einer Woche unterwegs und habe viel erlebt und einige Leute getroffen. Es macht Spass unterwegs zu sein!
Gestern und Heute bin ich etwas Buss gefahren und war auf 2-3 stündigen Wanderungen. Ich bin einfach mal ins Tal reingestochen, schön dem Wanderweg entlang! Die Natur ist wirklich herrlich hier. Direkt aus dem Meer stechen die Berge auf bis über 1000 Meter raus. Dazu kommt noch dass all die Birken und Vogelbeeren (also die Ebereschen, die ja manchmal unter dem Einfluss von Ethanol umstürzen) in Gold-, Orange- und Rottönen die Landschaft verzaubern. Wirklich herrlich!


Dienstag und Mittwoch war ich ebenfalls etwas wandern. Grundsätzlich mal rauf und so weit es vom Gelände und der Nässe halt ging. Am Mitwoch bin ich mit Leuten von der Jugi auf den Himmeltinden gestiegen. Hatten uns am Vorabend bei Spiel, Bier und Mojito ziemlich abgeschossen. Der Schotte behauptete den besten Mojito zu machen. Und der war gut. Da sind wir halt etwas spät gestartet, da der junge deutsche nicht so aus den Federn mochte. Viel Farbe war auch dann noch nicht auszumachen. Neben bem Schotten und dem Deutschen war auch noch eine Einheimische dabei. Nachmittags um halb 4 stiegen wir dann zum Auto aus und marschierten los. Bei Sonnenuntergang auf dem Gipfel, leider nebelte es noch einwenig und so suchten wir bald mal den Abstieg. Es war dann auch dunkel als wir wieder ins Auto stiegen. Alle waren müde, die 940 Meter rauf und runter machten sich bemerkbar. Es hat aber sehr gut getan wieder mal raufzulaufen und dann vorallem runter zu gucken. Ich kann euch sagen, das hat mir schon gefehlt. Einfach eine Aussicht zu haben und runtergucken.


In den nächsten Tagen geht es bis nach Trondheim und von da habe ich den Zug über Nacht bis schlussendlich nach Falun. Werde da meine Leute nochmals besuchen und dann von da bis nach Kopenhagen wo wieder ein Nachtzug wartet.

Donnerstag, 27. September 2012

Der erste Schnee

Ich kann es doch nicht lassen und muss euch die ersten Schneebilder des Jahres zeigen!


Heue hat es doch glatt einige Zentimeter Pflutsch hingeschmissen. Mir hats nicht viel ausgemacht, da wir in der Werkstatt waren und die letzen Hundehütten konnten wir ja unter unserem Dach zusammenschrauben schrauben. Ja, wir sind fertig mit den Hundehütten! Morgen nochmals einen Tag arbeiten und dann gehts ab.

Sonntag, 23. September 2012

Letztes Wochenende

Das letzte Wochenende ist schon fast vorbei und ich habe gedacht ich muss euch noch ein paar herbstliche Bilder aus Lappland zeigen. Das Wetter war wirklich herrlich, die Temperaturen sind aber schon sehr gefallen. In der Nacht gefriert es regelmässig seit letzer Woche.
Ich war gestern nochmals etwas wandern mit dem Päde und zwei Hunden. Ich hatte den Jack dabei und Päde Ela. Der Jack ist so einbisschen eine Wildsau, hat sich dann auch prompt in einem See beinahe versenkt. Er konnte sich selbst noch retten. Heute war ich mit Alexandra mit dem Velo etwas unterwegs, nicht weit einfach möglichst in den Wald hinein. Etwas Abstand vom Hof und frische Luft!





Am nächsten Samstag habe ich den Bus der mich nach Norwegen (Narvik) bringen wird. Von da werde ich noch etwas auf den Lofoten rumturteln und dann gegen Süden bis ich dann in der Schweiz bin. Da bleibe ich dann.

Donnerstag, 13. September 2012

Lappland alone

Wie ihr gelesen habt, bin ich noch etwas hier oben geblieben. Ich bin noch da damit ich und Päde mit dem Zwinger und Hüttenbau für die Hunde vor dem Schnee noch fertig werden können. Aber Ende Monat werde auch ich in Storberg abreisen und Platz für die Leute machen die mit den Hunden im Winter arbeiten werden. Wenn nicht was grausiges dazwischen kommt dann schaffen wir das locker. Den Herbst haben wir auf dem fertigen Dach zumindest mal genossen...  (natürlich mit Bier)
Der Aufrichtebaum darf natürlich auch nicht fehlen!
PS: Kommentare der Holzbauer bezgl. Aussteifung könnt ihr euch sparen, denn da kommt natürlich noch was rein. Zuerst aber die Gitter umstellen.

Dann kann ich euch noch die Bilder der Polarlichter zeigen. Das ganze ist einfach ein Erlebnis, ich kann es euch nicht wirklich beschreiben. Ich glaub man muss das selbst mal erlebt haben.



Da die Abreise ja nicht mehr weit entfernt ist bin ich daran noch einige Dinge abzuklären, die Heimreise vorzubereiten und unser letzes Hab und Gut zu verkaufen oder sonst irgendwie in die Schweiz zu bringen. Die Carola unser super Auto haben wir verkauft und unser Kanu auch. Das Kanu habe ich letzen Samstag noch ausgepaddelt und musste Corni halt mit drei Steinen ersetzen, da ich sonst etwas steil im Wasser gewesen wäre. Die Tour war jedenfalls sehr schön auch alleine. Habe das Kanu eigentlich nicht gerne verkauft, hätte es gerne mitgenommen, aber der Aufwand wäre doch zu gross gewesen.


Dann wollte ich ein Paket mit den restlichen Dingen (die nicht in den Rucksack wollen) per Post schicken. Da kam noch besuch von einem Schweizer Namens Felix. Der ist mit dem Auto unterwegs in die Schweiz. Ihm kann ich jetzt mein Paket mitgeben. SUPER! Es ergiebt sich doch immer wieder etwas.

Die Heimreise gehe ich gemütlich an. Ich nehme mir Zeit langsam in die CH zu fahren. Fahre mit dem Zug nach Norwegen und werde dann immer gegen Süden mit Buss und Bahn heimreisen. Etwas mehr als eine Woche werde ich schon unterwegs sein. Das wird sich dann ergeben.

Der Wiesentroll hat sich auch prächtig entwickelt. Ich habe ihn jetzt nicht mehr frisiert, ich finde die Frisur steht im noch gut.
Vielleicht schreibe ich nochmals einen Bericht aus Lappland, vielleicht auch nicht. Bestimmt aber aus der Schweiz. Freue mich auf die Berge und euch alle wieder mal zu treffen!!

Dienstag, 11. September 2012

Baumhaus, Besuch und Heimweh

Und wieder rast die Zeit und ihr musstet lange auf einen neuen Blogeintrag warten: Danke für die Geduld und viel Spass beim lesen!

Alexandra, Peter und ich waren im wohl coolsten Hotel der Welt. Ein sympatischer Hotelier aus der schwedischen Pampa hat es geschafft, sein sehr herziges aber schlecht gebuchtes 50er Jahre Hotel über die Runden zu bringen. Und zwar hat er fünf der berühmtesten schwedischen Architekten beauftragt, je ein Hotelzimmer zu designen (komplett mit Möbel, Beleuchtung, Textilien) und zwar als BAUMHAUS! Das Resultat ist extrem beeinduckend, wir durften auf einer Führung in drei Baumhäuser reinlugen. Und jedes hat seinen eigenen Charme! 


Ich kann mich immer noch nicht entscheiden, ob ich das Modell 'Vogelnest', das Ufo (mit einklappbarer Leiter und Trockeneis für den Raucheffekt (!)) oder den verspiegelten Würfel am coolsten finde. Es gibt auch noch eine Sauna (logischerweise auch in den Bäumen) und zwei weitere Bäumhäuschen (eines davon -ganz schwedisch- sogar rollstuhlgängig!) im Areal. Es war einfach fantastisch, wenn ihr in der Nähe seit oder eine aussergewöhnliche Übernachtungsgelegenheit sucht, dann umbedingt im Treehotel vorbeischauen!


Und dann haben uns die tapfere Tanja und der mutige Milu mit einem Besuch beehrt! und dann nicht nur so eine kurze Visite, neinnein, die zwei haben eine ganze Woche auf unserem Hof verbracht. Und das war soooooooooooo cool!! Nachdem das Klima einen ziemlichen Absturz hingelegt hat und damit der Herbst (und die kühleren Temperaturen) Einzug gehalten hat, durften die zwei das Beste geniessen, was Lappland zu bieten hat. Sie unternahmen tolle Ausflüge in der Umgebung und sahen auf dem Weg viiiiiele Rentiere und sogar eine Elchkuh (wofür unsereins eineinhalb Jahre in Schweden brauchte, um ein solches Viich zu erblicken...). Tanja und Milu zeigten sich beeindruckt vom Polarkreis ;), rasten durch das schöne Samen-Museum, da wir die Zeit an den toten Wasserfällen etwas vergessen hatten und daher das Museum fast schon zumachte, als wir in Jokkmokk ankamen.... Dann sind wir zu dritt im Kanu auf unserem Hausseee rumgepaddelt, haben die Biberburg besucht (leider war niemand zu Hause), haben Schoggi-Bananen genossen an Arvidsjaur schönster Quelle (ein türkis-blau wie in der Karibik und das mitten in der Sumpflandschaft, wo alle Seen eine Farbe zwischen braun-schwarz-rostrot führen). Wir badeten im unserem Hotpot und als Abschluss eines perfekten Schwedenaufenthaltes war der Nachthimmel voller Polarlichter!!! Grün schimmernd tanzten die Lichter immer wieder an den Sternen vorbei, so dass wir staunend (und fröstelnd) anstatt zu schlafen die halbe Nacht lang dieses fantastische Naturschauspiel genossen.

Ihr seht schon, wir hatten eine Menge Spass. Und es hat mir so gut getan, so aufgestellte Menschen um mich zu haben, denn das Arbeitsklima zwischen mir und meinem Chef wurde immer unerträglicher und somit hat mir meine Arbeit auch immer weniger Spass gemacht.... und deshalb habe ich mich entschieden, gerade mit Tanja und Milu zurück in die Schweiz zu reisen! Es ist etwas früher als geplant, aber mein Heimweh wurde immer stärker und ich wollte umbedingt den Menschen nahe sein, die mir so viel bedeuten.
Ich bin jetzt also seit einer Woche wieder in der Schweiz, wohne im schönen Uri (was mich mit fantastischem Spätsommer-Wetter verwöhnt) und lebe mich so langsam wieder ein. Und es tut soooooooooooo gut!! Mit schwedischen Abenteuern kann ich euch also leider nicht mehr dienen, da müsst ihr euch an Peter wenden, der ist noch einige Wochen in Lappland und hat bestimmt noch einiges zu erzählen. Mich könnt ihr hingegen in Fleisch und Blut erleben, und es gibt bestimmt ein (zwei, drei...) Kaffee wenn ihr vorbei schaut. Ich freue mich auf euch!!!!! Jag är äntligen hemma <3.

Tschüss Schweden.
Hallo Schweiz!!

Mittwoch, 22. August 2012

La Le Luleå!!!!

Letztes Wochenende zog es uns in die Zivilisation. Päde dürstete es nach einem Pub mit gutem Bier, Alexandra nach Geschäften zum shoppen und Peter und ich fühlten uns zu je einem Wunsch hingezogen. Ihr könnt euch ja denken, wer sich in welchem Bedürfnis wiedererkannt hat :D Auf jeden Fall sind wir Freitag abends zu viert mit unserem Auto nach Luleå, einer Stadt an der Küste gedüst.Wir habens geschafft, Alexandra (noch unter zwanzig und daher eigentlich für schwedische Verhältnisse zu jung um Bier zu trinken...) ins Pub reinzuschmuggeln. Der Abend war seehr lustig, wir Landeier konnten uns kaum sattsehen an all den lustigen Menschen (allen Alters!) an den Tischen rund um uns.


Nach einem nahrhaften Frühstück in der Jugi haben wir die alte Kirchenstadt erkundet, Unesco Welt Kulturerbe! Die Häuser und die Kirche sind um 1400 erbaut worden und wurden bei Kirchfeiern bewohnt. Die Häuschen sind herzig klein, aber die Mittelaltermenschen wohnten auch nur kurz hier, immer während der Kirchenfeiern, die immer im Paket kamen: Hochzeit, Taufe, Beerdigungen wurden wegen der weiten Distanzen zusammengelegt. Wenn man ja schon mal hier ist! Die Häuser sind gut im Schuss und die Stimmung im ganzen Dorf ist märchenhaft.



In der Stadt schwappte das Shoppingfieber auf alle (!) über. Eine kurze Auswahl an unserer Beute: Regenjacke, Handtasche, T-shirts, Beil, Kuschelpulli (für Peter, Alexandra und mich, Aktion 3 für 2). Und so sind wir glücklich mit unseren Errungenschaften zurück nach Arvidsjaur getuckert.

Hier herbstelts schon ein bisschen, die Blätter der Bäume werden langsam gelblich und der Wald sieht wunderschön aus! Somit ist auch die Zeit der Hjortron gekommen! Diese Beeren wachsen in unseren Breitengraden und gelten als Delikatesse, da pro Pflanze nur eine Beere wächst. Alexandra und ich haben uns heute Abend aufgemacht, diese Beeren zu pflücken. Ausgerüstet mit Gummistiefeln radelten wir zum nächsten Sumpf und pflückten Beeren. Und zwar solange, bis wir dem Mückenasturm nicht mehr ertrugen ohne psychischen Schaden davon zu tragen (bzzzz bzzzzz bzzzz am Ohr!) und flüchteten. Von unserem Ertrag gibts morgen bestimmt ein feines Dessert. Ganz klassisch, Glace mit Beeri. Mhhhhhh!!


Dienstag, 14. August 2012

plus ein tapferes Schneiderlein und einen Huskymän

viel ist passiert hier im Niemandsland! Wir haben unsere Habseligkeiten etwas zusammengerafft, denn nun teilen wir uns unser kleines Häuschen mit Alexandra, die ein Praktikum im Schneideratelier absolviert. Ja, auf unserer Huskyfarm gibts auch ein Schneideratelier. Unsere Chefin ist nämlich gelernte Schneiderin und näht die Schlittensäcke, die Halsbänder und die Gestältchen der Hunde gleich selbst. Praktisch, nicht? ;) Unsere neue Mitbewohnerin ist super, sie ist für jeden Ausflug zu haben und daher sind wir jetzt noch viel mehr unterwegs.
Alexandra-das tapfere Schneiderlein
Zum Beispiel ins Samencenter, wo uns die 'Ureinwohner' Lapplands in ihr Handwerk, die Rentierzucht einweihten. So nahe kommt man sonst nicht an Rentiere ran, obwohl sie oft am Strassenrand grasen und man sie vom Auto aus schön beobachten kann. Der Rentierzüchter hat sogar extra ein Kälbchen eingefangen, dass wir dann kurz streicheln durften. Sooooo flauschig!! Und dann hat er noch etwas erzählt, das wir fast nicht glauben konnten (und zuerst als Touristengag abgetan hatten): Die Rentiere formen ihr Geweih mit Hilfe ihrer Hinterbeine. (!!) Klingt unglaublich, oder? Aber siehe da, das (anscheinend gut trainierte :D) Rentier zeigte kurzdarauf jene Körperverrenkung, die soeben beschrieben wurde. Und wirklich, bei genauem Nachfragen erklärte uns der gute Herr, dass dort am Hinterbein eine Drüse sitzt, deren Sektret die Geweihenden einreibt und dieser Hormoncocktail beschleunigt dann das Wachstum der Geweihstangen!

Faszinierend, nicht?! Genau so beeindruckt waren wir von seinen Lassokünsten. Mit ihrer Seilfertigkeit fangen die Züchter im Herbst ihre Tiere ein um sie zu markieren oder auszusortieren (und zur Schlachtbank zu führen). Wir wurden noch in der Kota (traditionelle Samenhütte) bekocht und erfuhren etwas über die Geister des Samen. Dass beispielsweise eine Göttin im Feuer wohnt und eine in der Tür. Und dass man niemals auf die Kiste sitzen darf, die hinter dem Feuer steht, ausser man habe zuvor einen Bären erlegt (was wir nicht vorzuweisen hatten und uns daher demütig auf den Boden setzten).

Der Sommer hält an und verwöhnt uns mit warmen Temperaturen! Wir geniessen die Wochenende im Liegestuhl und haben nun schon öfters unsere Badtunna, den riesen Badetopf eingefeuert! Auf dem Hof ist noch ein weiterer Arbeiter hinzugestossen, Päde, ein Wiederholungstäter. Er hat schon (mit längeren und kürzeren Unterbrüchen) zweieinhalb Jahre hier auf der Huskyfarm gearbeitet und unterstützt Peter beim Umbau der Zwinger. Ein neues Tierschutzgesetz verlangt mehr Platz sowie isolierte, grössere Hütten für die Hunde (als ob die nicht genug Winterfell hätten....). Auf jeden Fall arbeiten die zwei jetzt (ganz zur Unterhaltung der Hunde) am Zwinger und bauen nun schon bald das Dach.

Bei all diesen Neuzugängern hat sich auch the one and only Tschili hierher gewagt! Er und sein Bruder sind auf ihrer Schwedenreise auf ein Wochenende zu uns nach Storberg gekommen. Es war fantastisches Sommerwetter und wir machten uns zu sechst auf, mit dem historischen Dampfzug eine Runde zu drehen! Ein Interessenverein in Arvidsjaur wartet und fährt die alte Dampflokomotive jeden Sommer für einige Stündchen aus. Ein Zwischenhalt am Strand, Musik aus dem Grammophon (!), bereits geschnitzte Stecken um die Würste zu bräteln und wir hatten einen perfekten Samstagabend in Lappland. Es war herrlich, einfach in den alten Bahnwagen zu sitzen und aus dem Fester zu schauen. Die Aufregung, die durch den Zug ging und alles am Fenster hing, legte sich rasch, als sich der vermeintliche Elch am Waldrand als langweiligen Kranich entpuppte :D


Dann war noch eine supernette Familie hier zu Gast, sie paddelten in zwei Tagen die vier Seen ab (und hatten zum Glück weniger Wellen als Peter und ich) und waren soo begeistert von der Landschaft hier! Und wir merkten in diesem Moment, wie schnell man sich an etwas gewöhnt! Dank den fröhlichen Gästen und ihrer positiven Grundeinstellung erinnerten wir uns daran, dass wir in einer Postkarte leben. Wir durften soger abends mit, als sie auf Bibersafari fuhren, auf Nachbars Partyfloss. Die Abendstimmung war fantastisch, jetzt wird es bei uns ja auch wieder etwas dunkel, der Himmel färbte sich violett und als sich ein schneeweisses Rentier am Seeufer zeigte, war die Märchenkulisse perfekt.

Obwohl wir mit dem Floss den Flussarm bis zur Biberburg hochpaddelten, liessen sich keine Biber blicken, aber als die Famile auf der Rückfahrt noch ihre Fischerruten ins Wasser hielten, fing die Tochter (Vegetarierin nota bene) mit den Worten "Ich ha gloub ä Fisch dra! Scheisse, ha doch gar kene wellä fah!" einen Hecht!

Mittwoch, 18. Juli 2012

Ausflug nach Sorsele

Am Wochenende gings mit dem Auto, wie immer hinaus um Lappland zu erkunden...


Sorsele ist etwa 75km weit entfernt, also ganz in der Nähe. Ja, was gibt es nun in Sorsele zu sehen? Eigentlich nicht wirklich extrem viel. Es gibt ein Museum zur Inlandsbanan. Dies ist eine Bahn (etwas traditionell) die von Mittelschweden (Mora) bis weit in den Norden (Gällivare) führt. Früher startete sie ganz im Süden von Schweden. Heute ist dies ein Touristenzug, Güter werden auch noch transportiert. Da waren wir natürlich auch da, als der Zug ankam.


Im Museum gab es ganz vieles zu sehen, hier ein paar Bilder.

Holzervelo

Telefonöse


Kondukteuse


Am Billete abstempeln


Das Logo der Inlandsbana

Dann trafen wir noch ein paar Tiere und lustige Häuser...



Mittwoch, 11. Juli 2012

Am Polarkreis

Unsere Thermometer schaffen mittlerweile zwischendurch die 20 grad Grenze, so haben wir unsere Mittags- und Znachttisch nach draussen verlegt. Aber nun zum Polarkreis:
Am Wochenende waren wir in Jokkmokk (150 km nördlich von hier), das liegt etwas über dem Polarkreis, aber nur sehr wenig. Da der Polarkreis in einer Wellenlinie etwas schwankt liegt es wahrscheinlich manchmal auch unter dem Polarkreis. In welcher Zeit das geschieht weiss ich grad nicht mehr, bin da nicht so der Astronomieprofessor. Jedenfalls ist Jokkmokk ein ganz schmuckes Städchen.

Kirche in Jokkmokk

In Jokkmokk ist das sogenannte Samencenter. Die Samen sind die Ureinwohner Skandinaviens, wie etwa die Indianer es waren in Amerika.  Die Samis ist jedoch noch sehr intakt. Nur sie dürfen hier Rentiere züchten. Neben den Rentieren gibt es noch viel Kultur, eine eigene Sprache, Handwerk, Traditionen und Glauben das sie immer noch pflegen. Sie sind in Schweden, Norwegen, Finnland und Russland. Die Samis mussten sich jedoch sehr stark wehren, dass sie in der Industriealisierungszeit nicht überrollt und "abgeschafft" wurden. Die Schweden im Süden reden daher nicht sehr oft von ihnen und finden sie eher doof. Habe in Falun jedenfalls noch nie jemanden von ihrem Urvolk reden hören. Falls ihr etwas mehr wissen wollt liefert Wikipedia bestimmt was.
Das Samencenter (so sage ich dem mal) ist eigentlich ein schönes Museum und die gleich daneben liegende Samenschule. Das Museum ist spannend, sogar ich habe es zwei Stunden darin augehalten. In der Schule wird das alte Handwerk und auch die Sprache gelehrt.

samische Kleidung

So waren wir am Wochenende in Jokkmokk und haben neben den Sami noch sehr fein Znacht gegessen, waren im speziellen nordischen Pflanzengarten und haben uns ein Bädi im See gegönnt.



Auf dem Weg nach Jokkmokk hatten wir zudem noch eine etwas schrullige Begegnung. Kurz vor Jokkmokk, der Kofeinspiegel war etwas tief, da kam uns das Schild auf dem "Messermacher/Kaffee" stand gerade richtig. Wir bogen ab und holperten auf der Strasse durch den Wald. 10 minuten später kamen wir an einen alten, kleinen Bahnhof mit lauter Elchschädel am Boden davor liegend, einer hatte sogar noch etwas Fell dran. Wir folgten den Schildern rund ums Haus. Da öffnete sich die Tür. Ein etwas älterer Mannn stand da. Er stand nur da und schaute uns an, sagte aber nichts. Nach einer kurzen Pausen dachten wir uns, wir gehen jetzt da rein, da gibts Kaffee und Messer. Er liess uns passieren, sass auf seinen Stuhl in der Ecke uns sagte nur ganz leise in seinem deutschen Akzent: "Hab grad gepennt!" Wir waren etwas verdutzt waren uns aber schnell klar, dass es hier kein Kaffee geben wird. So Smalltalkten wir etwas und verliessen die Mückenumschwärmte, heisse Bude bald wieder.